Gondeln aus Glas

Nicolas Remin

© GoyaLit

Wieder hat Commissario Alvise Tron in der Lagunenstadt Venedig im Jahr 1864 ein Verbrechen aufzuklären. Der Kunsthändler Kostolany ist erdrosselt worden. Die ersten Ermittlungen führen Commissario Tron zu der geheimnisvollen Signora Caserta, die den toten Kostolany als letztes lebendig sieht. Sie ist die im Exil lebende Königin von Neapel, die mit ihrer Begleitung Oberst Orlow, heimlich nach Venedig gekommen ist. Sie braucht dringend Geld. Dem Kunsthändler Kostolany will sie daher einen wertvollen Tizian verkaufen. Nach einem Treffen in Kostolanys Haus lässt sie das Bild zur Begutachtung bei ihm zurück. Doch das wertvolle Gemälde ist nach Kostolanys Tod verschwunden. Während Commissario Tron mit seinem Mitarbeiter Bossi den Täter sucht, vermischen sich die Spuren immer mehr. Ein russischer Großfürst und ein Pater werden verdächtigt und es gibt weitere Opfer. Eines von den Opfern ist eine junge Pianistin. Commissario Tron hat sie gemeinsam mit seiner Geliebten der Principessa für einen Ball engagiert gehabt. Der Fall wird immer komplizierter und Alvise Tron gerät selbst unter Verdacht.

Fazit:

Nicolas Remins Commissario Alvise Tron erinnert sehr an Donna Leons Commissario Brunetti. Beide jagen in Venedig Verbrecher, nur zu einer anderen Zeit und beide Commissarios lieben gutes Essen. Brunetti liebt seine Ehefrau Paola und Tron seine Geliebte, die Principessa. Und beide Frauen stehen ihren Männern bei der Aufklärung beratend zur Seite.
Auch die Charaktere der Vorgesetzten sind ähnlich. Wie Brunettis Vice-Questore Patta so ist auch Spaur eitel, arrogant und überwiegend mit seinen privaten Angelegenheiten beschäftigt.
Und Sergente Vianello, Brunettis wichtigster Mitarbeiter, heißt bei Commissario Tron Bossi.

Und vielleicht gerade wegen der Gemeinsamkeiten mit Donna Leons Brunetti. Nicolas Remins historischer Venedig-Krimi „Gondeln aus Glas. Commissario Trons Dritter Fall“ ist sehr genussvoll und unterhaltend. Verschiedene gut miteinander verwobene Handlungsstränge locken den Hörer auf eine falsche Fährte. Die Lebensart der Zeit wird durch die Charaktere und die ausdrucksvolle Sprache von Karl Menrad lebendig. Am Ende steht fest, Tron ist doch nicht Brunetti. Gondeln aus Glas, Commissario Trons dritter Fall, ein spannend beherzter Venedig-Krimi.

Nicolas Remin, Gondeln aus Glas, Commissario Trons Dritter Fall
, gesprochen von Karl Menrad, 4 CD, Hamburg 2007, Goya Lit aus dem Hause Jumbo, ISBN 978-3-8337-1781-9, € 24,95

© Soraya Levin